Polarstern MOSAiC Expedition, (c) Alfred-Wegener-Institut / Michael Gutsche

Offshore Dialogue: Der Wert von Wind und Wasser

Die nachhaltige Nutzung der Ozeane ist eines der Schwerpunktthemen bei der SMM DIGITAL. Auf der Online-Fachkonferenz Offshore Dialogue am 2. Februar diskutieren internationale Experten über aktuelle Trends bei Offshore-Windparks, technische Herausforderungen bei der Nutzung von Gezeiten- und Wellenkraft und innovative Technologien zur Überwachung der Ozeane.

Etwa 70 Prozent unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt. Und die Ozeane spielen eine entscheidende Rolle für das weltweite Klima. Umso wichtiger ist es, möglichst viele Informationen über die Beschaffenheit und Veränderungen des Ökosystems zu sammeln und auszuwerten. Welche Technologien dafür genutzt werden können, ist ein Thema auf dem diesjährigen Offshore Dialogue, der am 2. Februar im Rahmen der SMM DIGITAL stattfindet. Auf der hochkarätig besetzten Online-Fachkonferenz diskutieren darüber Experten wie Professor Uwe Freiherr von Lukas vom Ocean Technology Campus Rostock. Sein Forschungsteam entwickelt und erprobt im küstennahen „Digital Ocean Lab“ Unterwassertechniken unter realen Bedingungen in der Ostsee.

Spezielle Schiffe gefragt

Die am stärksten vom Klimawandel betroffene Region ist die Arktis. Das hat zuletzt die spektakuläre „MOSAiC“-Expedition gezeigt. Der deutsche Eisbrecher „Polarstern“ driftete ein Jahr lang an einer Eisscholle durchs Nordpolarmeer. Das Budget der Jahrhundertexpedition: 140 Millionen Euro. Der Wert der gesammelten Informationen: unermesslich. Zum Gelingen von „MOSAiC“ trug maßgeblich das Unternehmen MacArtney mit seinen speziellen „Under ice cameras“ samt Steuerungs-, Aufnahme- und Darstellungssoftware bei. Auf dem Offshore Dialogue erläutert Torsten Turla, Managing Director von MacArtney Germany, was Sensoren für das Umwelt-Monitoring leisten können. Die Veränderungen in den eisigen Gewässern stellen auch die Schiffbauer vor neue Herausforderungen. „Wenn die Temperaturen im Zuge des Klimawandels steigen, wird in den arktischen Regionen das Eis zwar schwächer, der Wind aber stärker. Die Dynamik der verschiedenen Kräfte, die auf ein Schiff wirken, nimmt zu“, sagt Dr. Walter Kühnlein, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Maritime Technik (GMT). Die GMT ist Kooperationspartner beim Offshore Dialogue.

Im Flow der Gezeiten

Unter das Konferenzmotto „new technologies for future needs“ fällt auch die Gezeitenkraft: Sie ist umweltfreundlich, zuverlässig – und berechenbar. In der kanadischen Bucht Bay of Fundy herrscht der weltweit größte Tidenhub: 160 Milliarden Tonnen Wasser fließen mit Ebbe und Flut zweimal täglich in und aus der Bucht. Mit jeder Tide steigt und fällt das Wasser um rund 13 Meter. Dort läuft derzeit ein ambitioniertes Projekt: Gezeitenkraftwerke sollen bald den massiven Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser nutzen, um nachhaltig Energie zu gewinnen. Wie das funktioniert, erklärt Ralf Starzmann, Managing Director bei SCHOTTEL Hydro, in seinem Vortrag „Pempa’q In-stream Tidal Energy Project”.

Wachstumsmarkt Offshore-Wind

Sauberkeit, niedrigere Kosten und jede Menge Marktpotenzial: Das bietet auch die Offshore- Windenergie. Sie ist im letzten Jahrzehnt um über 30 Prozent pro Jahr gewachsen und hat damit vielen fossilen Energieträgern den Rang abgelaufen. Zusätzlichen Rückenwind bekommt die Branche durch den „Green Deal“ der EU-Kommission: Die Pläne sehen vor, die Kapazität der Windparks von derzeit zwölf Gigawatt (GW) bis 2030 auf 60 GW und bis 2050 sogar auf 300 GW zu erhöhen. Was das für den Markt bedeutet, kann Arvea Marieni erklären. Die Strategie- und Innovationsexpertin ist Partnerin des Beratungsunternehmens Brainscapital Srl Società Benefit in Italien und eine der Panelisten beim Offshore Dialogue im Rahmen der SMM DIGITAL.

Herausforderungen begegnen

Das Konferenzprogramm kann kostenlos gestreamt werden. „So machen wir das Expertenwissen einem noch breiteren Fachpublikum zugänglich. Damit wollen wir unseren Beitrag für die maritime Branche in dieser herausfordernden Zeit leisten – und sicherstellen, dass alle Player von State-ofthe- art-Lösungen profitieren“, sagt Claus Ulrich Selbach, Geschäftsbereichsleiter Maritime und Technologiemessen bei der Hamburg Messe und Congress GmbH.

Mehr Informationen zum Offshore Dialogue gibt es hier.

Über die SMM

Die SMM ist die Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft und findet normalerweise alle zwei Jahre auf dem Gelände der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) statt. Aufgrund der Corona- Pandemie wird die 29. Auflage der Messe vom 2. bis 5. Februar 2021 als rein digitale Veranstaltung durchgeführt. Die SMM DIGITAL bringt die maritime Community unter dem Leitmotiv „Driving the maritime transition“ zusammen: Die Teilnehmer können die hochkarätig besetzten Konferenzen online über eine Streaming-Plattform verfolgen. Auf der SMM DIGITAL diskutieren internationale Experten über aktuelle Herausforderungen für die maritime Industrie und skizzieren innovative Lösungen.

Die nächste reguläre SMM findet vom 6. bis 9. September 2022 statt.

Kontakt

Bianca Gellert
Pressesprecherin SMM
T. +49 40 3569-2445
Bianca Gellert